Femizid in Offenburg
Am Montag, den 6.7 gab es einen Femizid in Offenburg. Ein Mann stalkt und bedroht eine Frau über Monate hinweg. Am Montagmorgen tötete er sie und anschließend sich selbst.
Ein Mann stalkt und bedroht eine Frau über Monate hinweg. Am Montagmorgen tötete er sie und anschließend sich selbst.
Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen. Wir gedenken allen Frauen, die Hass und Gewalt nicht überlebt haben. Wir stellen unsere Solidarität der patriarchalen Gewalt entgegen, wo immer wir können.
Du bist betroffen, erlebst Gewalt oder Stalking?
Du darfst dir Unterstützung holen!
Lieber früher als später!
- Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 116 016
- Aufschrei (Ortenauer Verein gegen sexuelle Gewalt:
- 0781 31000
- offenburg@aufschrei-ortenau.de
- Frauen helfen Frauen Ortenau
- 9781 34311
- info@fhf-ortenau.de
Jeden Tag versuchen in Deutschland ca. 3 Männer, ihre (Ex-)Partnerinnen zu töten. Fast jeden Tag gelingt es. Fast jeden Tag ein vollendeter Femizid.
"2023 wurden 360 Frauen und Mädchen getötet. Insgesamt gab es 938 Tötungsversuche.
Ein besonders hohes Tötungsrisiko besteht für Frauen dann, wenn sie eine Trennung angekündigt oder sich gerade getrennt haben." (Bundeslagebild geschlechtsspezifische Gewalt 2024, BKA)
Femizide sind keine Einzelfälle, “Familientragödien”, “Dramen” oder "Beziehungstaten, sondern Folge von patriarchalen, strukturell verankerten Machtverhältnissen! Femizide sind hierbei die Spitze patriarchaler und geschlechtsspezifischer Gewalt.
Im Fall des aktuellen Femizids war der Täter u.a. wegen Stalking polizeibekannt. Die Polizei kann laut eigenen Aussagen in solchen fällen allerdings erst etwas tun, wenn tatsächlich etwas passiert ist. Oftmals ist es dann bereits zu spät. Vielen Femiziden gehen häusliche Gewalt und Stalking voraus.
Wir möchten heir betonen, dass Femizide unabhängig von der Herkunft des Täters sind.
“Sie sind jedoch kein kulturspezifisches Phänomen, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem, das unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Status auftritt." (Deutsches Institut für Menschenrechte, Femizide in Deutschland, 2025 https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/monitor-im-fokus-femizide-in-deutschland )
(Zur Vertiefung: https://www.frauenhauskoordinierung.de/themenportal/gewalt-gegen-frauen/gewaltformen/femizide )
Femizide verhindern:
- Frühzeitige Prävention: Frühe Zeichen von Gewalt in Beziehungen müssen erkannt und wirksam bekämpft werden. Aufklärung in Schulen und die Förderung von Gleichstellung in allen gesellschaftlichen Bereichen sind entscheidend.
- Stärkere Unterstützung für Opfer: Frauen, die von Gewalt betroffen sind, benötigen besseren Zugang zu Beratungsstellen, Frauenhäusern und rechtlicher Unterstützung. Ein flächendeckendes Angebot an Hilfsdiensten muss sicherstellen, dass Frauen im Notfall schnell Hilfe erhalten können.
- Strukturelle Veränderungen: Es sind tiefgreifende gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen nötig, um geschlechtsspezifische Gewalt nachhaltig zu bekämpfen. Die Anerkennung von Femiziden als eigenständiges gesellschaftliches Problem und nicht nur als individuelle Taten ist hierbei ein wichtiger Schritt.
- Sensibilisierung der Öffentlichkeit: Die Gesellschaft muss sich der Dimension des Problems bewusst werden. Medien, Politik und die Zivilgesellschaft sind gefordert, das Thema sensibel anzusprechen, die strukturellen Zusammenhänge anzuerkennen und Verantwortung zu übernehmen.
(https://www.frauenhauskoordinierung.de/themenportal/gewalt-gegen-frauen/gewaltformen/femizide)


